katzemaus

„Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen.“

Da fängt es bereits beim Tierschutzgesetz an – und hört auch fast schon wieder auf!
Denn wer kontrolliert was das Tier zu Hause futtert? In der Regel nur die Familie selbst, die Essensgeber, die Einkäufer, die „Dosenöffner“. Aber wissen die eigentlich so richtig bescheid? Was ist eine Ernährung nach „seiner Art und seinen Bedürfnissen“?
In den Medien überbieten sich die Futtermarken mit lecker und gesund aussehender Kost, die tierischen Foto-Modelle strotzen vor Gesundheit und Kraft.
Der größte Hersteller, kann sich die beste Werbung leisten. Aber ist das dann automatisch das gesündeste für unsere Vierbeiner?
Es gibt eine ganz einfache Antwort: Es kommt drauf an was drin ist. Ob Trockenfutter, Dosennahrung oder Frischfütterung, auf die Zusammenstellung kommt es an.
Ich habe hier einige der wichtigsten Kriterien zusammengefasst. Für eingehendere Informationen ist es sinnvoll, sich bei einer Fachperson beraten zu lassen. Adressen hierzu finden Sie in unserer Therapeuten-Datenbank.
Kriterien für gutes Trockenfutter:

- hoher Trockenfleischanteil (der Fleischanteil sollte an 1. Stelle stehen)
- natürliche Konservierung
- keine pflanzlichen oder tierischen Nebenerzeugnisse (oder sonstige Nebenerzeugnisse)
- Fleisch- und Getreidequellen u. a. müssen deklariert sein
- kein Zucker (Zuckerrübenschnitzel)
- kein Mais, Weizen, Soja (potentielle Allergieauslöser)
- kein BHA oder BHT (Künstliche Konservierungsstoffe)

Beachten Sie, dass nach deutschem Deklarierungsgesetz der Inhaltsstoff, der an erster Stelle steht, auch prozentual gesehen als größter Anteil enthalten sein muss.
Nun wird in den Beschreibungen gerne getrickst. Das kann z.B. so aussehen, dass der Begriff „Frischfleisch“ an erster Stelle steht, dies aber der Anteil VOR der Trocknung beschreibt, was bedeuten würde, dass durch weitere Verarbeitung (Trocknung) der Fleischanteil noch mal bis zu 70% abnimmt. So gesehen rutscht dieser Frischfleischanteil wieder weit nach hinten.
Es sollte also besser Frischfleischmehl an erster Stelle stehen und auch deklariert sein, was die Fleischquelle ist (z.B. Hühnerfleischmehl, Lammfleischmehl etc.). Oder „Fleisch nach Trocknung“, „Trockenfleischanteil“ etc.
Weiterhin ist es wichtig, auf ein ausgewogenes Calcium/Phosphor-Verhältnis zu achten. Dieses ist unter anderem wichtig für den Knochenbau.

Zur Erklärung des Begriffs „Nebenerzeugnisse“
Diese können enthalten:
Bei den tierischen darf es z.B. sein (und ist in den meisten Fällen leider auch):
Hirn, Lunge, Nieren, Blut, Knochen, Wolle, Hörner, Gewebe, Sehnen, Haut, Urin, Mägen, Därme, Drüsensekrete, Hormone aus Fruchtblasen. Dies von allen Tieren! Man muss dabei bedenken, dass tausende von Tieren jährlich in Versuchsanstalten, beim Tierarzt oder auf der Straße verenden. Tierische Nebenprodukte stammen meist aus Abdeckereien. Zum Teil stammen diese Zutaten auch aus Rücklieferungen verdorbener Waren aus Supermärkten und Großküchen. Die meisten US-Futterhersteller (nicht alle in einen Topf werfen), gehören zu den großen Lebensmittelketten. Eine preiswerte Möglichkeit, Reste zu entsorgen.

Pflanzliche Nebenprodukte, Zellulose: Hier werden alle Reste und Abfälle der Getreideverarbeitung verwertet. Erdnusshülsen, verdorbenes Getreide, Stroh, Nussschalen, Reste aus der Herstellung von Müsli (als Cerealien bezeichnet).

Im Nass- oder Dosenfutter sieht es mit den Inhaltsstoffen ähnlich aus. Hier fällt natürlich die anteilige Frischfleischreduzierung durch Trocknung weg. Außerdem muss es nicht unbedingt bedeuten, dass möglich deklarierte tierische Nebenprodukte minderwertig für den tierischen Verbrauch sind.
Praktisch alles, was nicht in der Metzgerauslage für den menschlichen Verzehr liegen darf wird als tierisches Nebenerzeugnis bezeichnet. Dies kann aber ebenso Kopffleisch oder ähnliches sein.
Im Zweifelsfall kontaktieren Sie ruhig den Hersteller. Allerdings hat hier eine schriftliche Aussage (z.B. per E-Mail) mehr Aussagekraft als nur mündlich übers Telefon.
In der Regel ist eine Frischfütterung mit rohem Fleisch und Anteilen von Gemüse, Obst, Ballaststoffen vorzuziehen. Wie genau diese auszusehen hat ist von Tierart zu Tierart unterschiedlich und sollte auch individuell von Tier zu Tier abgestimmt werden.
Dies muss gar nicht viel komplizierter sein, als täglich eine Dose aufzumachen. Fragen Sie dazu einfach Ihren Tierheilpraktiker oder Tierarzt und lassen Sie sich ausgiebig beraten. Damit ihr Vierbeiner eine gesunde Ernährung erhält und trotzdem Freude beim Futtern hat.

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Über Maria Mengwasser

Maria Mengwasser ist ausgebildete Tierheilpraktikerin, Tiermedizinische Fachangestellte und Heilpraktikerin. 2004 Mitgründerin und seit 2012 Geschäftsführerin der Arbeitsgruppe für Tierheilpraktiker.